RAFIKI-Kaffee

 

RAFIKI kommt aus dem Kisuaheli und heißt Freund. „Freunde sind füreinander da“ – so lautet unser Slogan und dafür steht auch dieser Kaffee. Zusätzlich zum fairen Preis inklusive Bio-Zuschlag bekommen die tansanischen Produzenten für diese Kaffee-Spezialität von der GEPA noch weitere Zuschläge (siehe unten). Doch damit nicht genug: Wir geben die uns eingeräumte Handelsspanne an eine kleine Kaffee-Kooperative in dem Dorf Mwika am Kilimandscharo weiter. Dort organisieren sich Kaffeebauern genossenschaftlich und pflanzen ihren Kaffee ebenfalls in Bio-Qualität an. Wir unterstützen die Farmer beim Ausbau ihrer Kooperative. Gemeinsam mit der GEPA sorgen wir dafür, dass an diesem Kaffee alle Beteiligten ihre Freude haben!

Stellungnahme der GEPA auf unsere Bitte hin, das Zustandekommen des Preises des Kilimanjaro-Kaffees zu erläutern:

files/rafiki_page/template/images/coffee/coffee1.jpgSehr geehrte Herr Zantow,
vielen Dank für ihre Email vom 22.06.2010 und Ihr Interesse an der Zusammensetzung des Preises der neuen Café Raritäten der GEPA.
Sie vergleichen Verkaufspreise von anderen Kaffeeanbietern mit bio & fair gehandeltem Kaffee der GEPA zu einem Preis von 5,95 EURO.
Wie andere Kaffee Unterernehmen in Deutschland wirtschaften bzw. wie die unternehmerische Sozialverantwortung gegenüber Ihren Arbeitern definiert ist, können wir Ihnen nicht erläutern. Dafür aber gerne, und das unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet, wie solche Preisunterschiede zustande gekommen sein könnten: Aufzucht junger Kaffee-Pflanzen

Preispolitik von GEPA - The Fair Trade Company

Bereits in den vergangenen Jahren zahlte die GEPA ihren Partnern im Durchschnitt mehr als den von der »Fairtrade Labelling Organizations International« (FLO) festgelegten Mindestpreis, der als Voraussetzung für das Fairtrade-Siegel dient.

files/rafiki_page/template/images/coffee/coffee2.jpgUnabhängig von den Preisschwankungen auf dem Weltmarkt bezahlt die GEPA ihren Partnern einen fairen Preis nach verbindlichen, im Einverständnis mit den Handelspartnern getroffenen Vereinbarungen: für 100 amerikanische Pfund Rohkaffee (45,36 kg) zahlt die GEPA einen von FLO festgelegten Mindestpreis von 125 US-Dollar für gewaschenen Arabica und 105 US-Dollar für gewaschenen Robusta-Kaffee. Dazu kommt jeweils ein Regelaufschlag von 10 US-Dollar für Entwicklungs- und Gemeinschaftsaufgaben. Für Kaffee aus anerkannt ökologischem Anbau wird zusätzlich noch ein Aufschlag von 20 US Dollar pro 100 amerikanische Pfund bezahlt. Von der GEPA werden darüber hinaus noch Qualitätszuschläge von bis zu 90 US-Dollar gezahlt, zum Beispiel für die Rohkaffees der Café Raritäten.
Steigt der Weltmarktpreis über den von FLO festgelegten Mindestpreis, wird der Weltmarktpreis plus die Zuschläge bezahlt. Mit dieser Regelung ist gewährleistet, dass die Partner einerseits gegen Preisverfall abgesichert sind, andererseits aber von höheren Weltmarktpreisen profitieren können. In Zeiten extrem niedriger Weltmarktpreise wie 2001/2002 (siehe Grafik) zahlte die GEPA in etwa das Doppelte des Weltmarktpreises.

Warum kauft die GEPA teurer, d.h. über dem FLO-Niveau, ein?

Das hat mit unserem Verständnis von Kaffeequalität zu tun. Wenn Sie heute den Markt betrachten, werden Sie feststellen: Ich kann wachsen, wenn ich Preisführer bin, und ich kann wachsen, wenn ich Qualitätsführer bin. Preisführer können wir nie sein, weil wir unser Geld nicht im Einkauf verdienen (wie viele andere Firmen). Wachsen können wir nur, wenn die Qualität stimmt. Wachsen wollen wir im Interesse unserer Handelspartner im Süden. Der Kunde hat nach unserem Grundverständnis einen Anspruch auf ein umfassend gutes Produkt. Das heißt immer: ausgezeichneter Rohkaffee, bestmögliche Verarbeitung, hohe soziale Produktqualität (fair) und möglicht hohe ökologische Qualität (bio).
Wir haben festgestellt, dass wir damit mehr Verbraucher überzeugen, als wenn wir den billigstmöglichen schlecht schmeckenden fairen Kaffee mit einer vergleichsweise geringen Preisdifferenz. Im Übrigen gibt es schon genug preisoptimierte schwarze Heißgetränke auf dem Markt außerhalb des Fairen Handels.
Gleichzeitig ist eine Entwicklung hin zu überdurchschnittlicher Qualität beim Rohkaffee die beste Unterstützung für die Kleinbauern: Wenn die Weltmarktpreise durch Angebot und Nachfrage sowie den Verstärkungseffekt der Spekulation in den Keller fallen (manchmal über 4, 5 Jahre unter die Produktionskosten eines Kleinbauern), haben Qualitätsanbieter die Chance, (auch außerhalb des fairen Handels!) deutlich bessere und kostendeckende Preise zu erhalten als Anbieter mit Durchschnittsqualität. Wir unterstützen unsere Partner deshalb in dieser Qualitätsentwicklung – nicht nur über den Preis. Grundsätzlich macht die GEPA keine eher sonst im Kaffeehandel üblichen Qualitätsabschläge. Zurzeit ist die Preisdifferenz geringer als vor einigen Jahren, wo wir bis zum Dreifachen des Weltmarktpreises bezahlt haben (vgl. Grafik auf S.1). Wenn der Weltmarktpreis derart am Boden liegt – und das geschieht alle paar Jahre mit schöner Regelmäßigkeit – werden gerade Kleinbauern zum Aufgeben, zum Emigrieren oder zum Umstieg auf Kokaoproduktion gezwungen. Volkswirtschaftlich bedeutet dies eine Wertevernichtung.
Fairer Handel hilft in solchen Zeiten schlicht zu überleben. Deshalb halten wir die garantierte Mindestpreiskomponente für ebenso wichtig wie Mehrpreise. Fairer Handel ist also nicht als Momentaufnahme zu betrachten, sondern soll eine Entwicklung über lange Zeiträume ermöglichen - in besseren wie in sehr schlechten Zeiten.

Zusammengefasst können wir folgende Punkte festhalten:

  • Auf der Rohwarenseite zahlen wir 1,20 bis 1,53 € pro Rohkaffee mehr als Arabica-Weltmarktpreise
  • Wir ermöglichen eine Existenz von Kaffeebauern auch in extrem schlechten Zeiten
  • Wir ermöglichen der Genossenschaft Gemeinschaftsmaßnahmen (z.B. durch Sozialprojekte)
  • Wir ermöglichen und fördern die Produktion von umweltschonendem Bio-Kaffee



Warum sind die neuen Café Raritäten teuere als andere Anbieter?

Unabhängig von der oben beschriebenen Handels- und Preispolitik der GEPA werden mit dem Kauf der Café Raritäten:

    • konkrete Sozialprojekte der Kooperativen finanziert, z.B. wurden von den Kooperativen innerhalb der Gemeinde die aktuellen sozialen Bedürfnisse eruiert. So wird bei der Kooperative KNCU in Tansania in das Bildungswesen investiert, d.h. ein Bildungsfond wurde errichtet, Stipendien werden vergeben und Schulen renoviert.
    • Qualitätszuschläge bis zu 90 US $/ 100 Pfund ausgezahlt. Die Auswirkung und Bedeutung wurde im obigen Abschnitt beschrieben.
    • dem Verbraucher ein besonderes Geschmackserlebnis der Kaffeewelt ermöglicht.



Die Cafés sind durch folgende Eigenschaften eine Rarität: der ökologische Anbau, die Bodenqualität, die Höhenlage, das Klima und die Röstung machen die Cafés zu aromreichen Spezialitäten. Die zusätzlichen Eigenschaften, das heißt, die Begrenztheit der Verfügbarkeit, die Anbauregion im Ursprungsland und die sorgfältige Verarbeitung (handgepflückt und sonnengereift) machen die Cafés zu Raritäten. Dadurch stehen die Cafés auch in begrenzter Menge zur Verfügung.